Und was dieses "das muss jemand bezahlen" angeht: Das Geld fließt so schnell wieder in die Wirtschaft, dass das meiste davon eh gleich wieder als Steuer an den Staat zurückfließt.
Wenn ich studiere, und meine "Grundsicherung" wird
- von meinen Eltern
- über Nebenjobs
- vom Staat
finanziert, kommt bei allen drei Varianten ungefähr gleich viel an Steuern rein (sagen wir mal). Aber bei einer der drei Varianten hat der Staat wesentlich höhere Ausgaben. Äquivalent scheinen die drei Varianten also nicht zu sein.
Grundsicherung: Ja! Unbedingt! Auf jeden Fall! Sofort! Aber kreditfinanziert. (Nein, damit mein ich nicht private Wucherkredite.) Und mit Auflagen gegen "Bummelstudenten".
Welche Probleme [...] könnten Studiensteuer und/oder Zugangsbeschränkungen effektiv lösen, ohne einen Ressourcenverlust hinnehmen zu müssen? (Zugangsbeschränkung können verwendet werden, um das Lehrenden-Studierenden-Verhältnis zu verbessern. Wer garantiert mir aber, dass das wirklich passiert? Wer sagt, dass nicht nach Einführung einfach die Profs. weggespart werden, und man wieder in der selben Suppe sitzt?)
In einer Demokratie garantiert dir niemand, daß für immer alles gleich bleibt. Aber die Chancen sind höher, wenn man einen wirklich guten Kompromiss findet, mit dem alle mitkönnen. Überleg dir zum Beispiel folgende zwei Szenarien:
- Verdoppelung des Bildungsbudgets ohne "Gegenleistung"
- Verdoppelung des Bildungsbudgets und gleichzeitige Einführung einer "Studiersteuer" zur teilweisen Finanzierung
Welche dieser Varianten wird die nächste "bürgerliche" Regierung eher kippen? (Ja, ich weiß. Sie könnte auch nur einen Teil kippen und uns auf der Steuer sitzenlassen. Auch das wäre ein Zeichen für einen schlechten Kompromiss.)
Zitat
Das Milchbauern-Freie-Software-Beispiel ist natürlich interessant. Bevor ich meinen Senf abgebe, würde es mich interessieren, was ihr dazu denkt.
Mit "dazu" meinst du jetzt das Milchbauern-Beispiel? Dazu denk ich: Ja, es wäre gut, die Milchbauern ins Bildungsdiskussionsboot zu holen. Das geht leichter, wenn man ihnen etwas "bietet": Also daß sich Studenten hinstellen und sagen: "Wir wollen mehr Geld für Bildung. Wir wollen bessere Bedingungen und Bildung für alle. Statt die gesamten Kosten auf die Gesellschaft abzuwälzen, sind wir bereit, einen Beitrag zu leisten."
Man sollte sich übrigens auch überlegen, wie man den Lehrlingen und sonstigen Nichtmaturanten etwas "bietet". Wollen die Bildung? Warum haben sie keine? Fühlen sie sich verarscht, wenn Bildungspolitik scheinbar nur daraus besteht, denen mehr Geld zuzuschanzen, die eh schon näher bei der Spitze der Pyramide sind?
Zitat
Eine weitere Frage, die mich interessiert, wäre:
Worauf sollten sich die Proteste eurer Meinung nach fokussieren?
Auf ein Volksbegehren. So verfasst, daß (realistisch!!1!) zu erwarten ist, daß Hausnummer 500.000 Österreicher unterschreiben. Alles, wo man sich selber denkt "OK, das können wir der Allgemeinheit nie und nimmer verkaufen", braucht nicht Fokus zu sein. Insofern muß das Volksbegehren nicht wirklich kommen, aber vielleicht ist der Gedanke daran ein nützliches Regulativ. Was wird der Milchbauer unterschreiben, was nicht? Es ist nicht zu seinem Nachteil, wenn er nicht unterschreibt...