Ich glaube, daß man Rechtschreibung zum überwiegenden Teil nicht beigebracht bekommt, sondern selber lernt. Zumindest könnte ich mich nicht erinnern, daß wir in der Schule je alle Wörter, die ich kenne, durchiteriert und deren korrekte Schreibweise besprochen haben.
Außerdem gab es immer die einen, die rechtschreiben konnten und die, die es einfach nicht konnten und auch bis heute nicht richtig gelernt haben. Anscheinend haben da manche mehr Gefühl dafür als andere - speziell bei der Beistrichsetzung merkt man das. Die wenigsten Leute, die korrekt Beistriche setzen können, werden die richtigen Position bewußt anhand irgendwelcher Regeln auswählen, sondern einfach "spüren", wo die sind.
Bei der Schreibung von Worten ist das doch meistens auch nicht anders. Oder wer hat eine Erklärung dafür, warum es "nämlich" heißt und nicht "nähmlich"? Manchmal kennt man zufällig die Etymologie eines Wortes, aber dann weiß man halt nicht, warum es auf Griechisch étymos heißt und nicht z. B. étimos, und hat das Problem nur um eine Sprache verschoben.
Also ich hab das nur im Gefühl, welcher Satzbau korrekt ist, wie man ein Wort schreibt und wo ein Beistrich hingehört (daß mein Gefühl dabei nicht immer korrekt, d. h. übereinstimmend mit dem der Masse anderer Sprecher des Deutschen sein wird, bestreite ich nicht). Irgendwelche Schreib- oder Grammatikregeln weiß ich so gut wie keine. Würd mich interessieren, ob das bei den anderen Leuten auch so ist. Vermute ja.